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Altersvorsorge | 06.09.10
 

Abnehmende Rentenlücke

Frauen haben noch deutliche Defizite bei der Altersvorsorge. Aber eine neue Studie macht Hoffnung auf Besserung.  

(verpd) Die Rentenanwartschaften von Frauen liegen hochgerechnet über die Geburtenjahrgänge von 1937 bis 1971 nach Berechnungen eines Beratungsinstitutes um über eine Billion Euro unter denen der Männer, die zusammen über Rentenbezüge von 3,8 Billionen Euro verfügen können.

Nach einer im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) von FrischCo erstellten Studie beträgt die durchschnittliche Rentenlücke zwischen den Geschlechtern in den neuen Bundesländern 16 Prozent und in den alten Bundesländern sogar 35 Prozent (ohne Berücksichtigung von Hinterbliebenen-Renten).

Diese Rentenlücke werde aber in der Zukunft abnehmen, erläuterte die Geschäftsführende Gesellschafterin des Berautngsinstitutes Eva Kreienkamp. Sie begründete dies mit einer mittlerweile gegenüber Männern besseren Schulbildung von Frauen, kürzer werdenden Kindererziehungszeiten und dem Langlebigkeitsvorsprung von Frauen von durchschnittlich fünf Jahren.

West-Frauen benachteiligt

Die unterschiedlichen Erwerbsbiografien schlagen insbesondere bei Frauen durch, die in den alten Bundesländern aufgewachsen sind. In der gesetzlichen Rentenversicherung erhielten hier Frauen über die gesamte Rentenbezugsdauer gesehen gut 77.000 Euro weniger als Männer (Zahlenbasis: 2006).

In den neuen Bundesländern, in denen schon traditionell deutlich mehr Frauen einer Vollzeitbeschäftigung nachgingen, beträgt diese Differenz lediglich gut 6.000 Euro. Frauen seien heute besser für das Erwerbleben gerüstet, sagte Kreienkamp. „Die Bildungsabschlüsse bei jungen Frauen sind inzwischen besser und höher als bei jungen Männern.“ Und DIA-Sprecher Bernd Katzenstein ist sich sicher, dass „70 bis 80 Prozent der Frauen der nächsten Generation materiell im Wesentlichen genauso gut gestellt sein werden wie Männer“.

Bessere Rahmenbedingungen

Politik und Wirtschaft müssten aber die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen sowie die sozialen Sicherungssysteme auf die jüngere Generation von erwerbstätigen Frauen ausrichten, um diese wichtige Ressource für den Arbeitsmarkt nachhaltig nutzen zu können.

Eine Online-Umfragte unter 1.035 Frauen im Alter zwischen 18 bis über 70 Jahren zeigt, dass 80 Prozent selber oder im Rahmen der Familie Verantwortung für die Alterssicherung übernehmen.

60 Prozent der befragten Frauen setzen einen  Teil ihres Einkommens für private Altersvorsorge ein. Nachholbedarf bestehe allerdings bei der betrieblichen Altersvorsorge, sagte Kreienkamp. Nur jede vierte Frau habe hier Ansprüche. Um die zu den eigenen Lebensumständen passende Vorsorgestrategie zu finden, empfiehlt sich ein Gespräch mit einem Versicherungsfachmann.

 
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