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Altersvorsorge | 12.08.10
 

Regelarbeitsgrenze wird immer mehr zur Regel

Die Zeiten der allgemeinen Frühverrentung sind vorbei, wie Zahlen des Arbeitsministeriums belegen. Bei Weitem nicht jeder erreicht jedoch das Rentenalter mit einer normalen Beschäftigung.

(verpd) Der Anteil der Menschen, die erst ab Erreichen der Regelarbeitsgrenze Rente beziehen, wird nach Einschätzung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) weiter steigen. Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil bei 47,1 Prozent, wie das Ministerium in Beantwortung einer Kleinen Anfrage einer Partei mitteilte.

Den Angaben des Ministeriums zufolge verdoppelte sich bei Männern der Anteil, der zur Regelaltersgrenze mit dem Rentenbezug beginnt, von 25 Prozent im Jahr 2000 auf 50,4 Prozent im Jahr 2009.

Bei Frauen erhöhte sich die Quote entsprechend von 39,5 Prozent im Jahr 2000 auf 44,1 Prozent im vergangenen Jahr. Dabei ist allerdings auffällig, dass der Anteil zwischenzeitlich im Jahr 2005 bereits 50,2 Prozent erreicht hatte.

„Offensichtlich erfüllen Frauen gegenwärtig häufiger als noch vor einigen Jahren die Zugangsvoraussetzungen für eine vorgezogene Altersrente oder nehmen sie entsprechend häufiger in Anspruch“, erklärte das BMAS.

Atypische Beschäftigungen beeinträchtigen Rentenhöhe

Eine für einen ausreichenden Rentenanspruch notwendige Vollbeschäftigung können viele Menschen im Alter über 55 Jahre jedoch nicht mehr aufweisen. Von den rund 5,23 Millionen Erwerbstätigen im Alter zwischen 55 und 65 Jahren stand im Jahr 2008 rund jeder Fünfte (19,8 Prozent oder 1,04 Millionen) in einer sogenannten atypischen Beschäftigung.

Die größte Gruppe stellten die Teilzeitbeschäftigten mit 15,8 Prozent oder 826.000 aller älteren Erwerbstätigen dar. Mit einer geringfügigen Beschäftigung mussten sich 475.000 Ältere begnügen. Dies war fast jeder Zehnte (9,1 Prozent).

196.000 oder 3,7 Prozent dieser Gruppe waren befristet beschäftigt. Weniger als ein Prozent oder rund 48.000 ältere Personen waren Zeitarbeiter.

Daneben lag im Mai 2010 der Anteil der über 50-jährigen Arbeitslosen bei 28,7 Prozent oder 931.000. Die abgeschlossene Dauer der Arbeitslosigkeit erreichte bei Älteren ab 50 Jahre durchschnittlich 48,6 Wochen. Im Jahresdurchschnitt 2009 seien es noch 51,3 Wochen gewesen, heißt es in der Antwort weiter.

Bundesregierung will Altersarmut bekämpfen

Bei der Bekämpfung der Altersarmut hätten bislang beachtliche Erfolge erzielt werden können. „Die Bundesregierung verschließt aber nicht die Augen vor einer möglichen Zunahme der Gefahr künftiger Altersarmut.“

Die Förderung der privaten Altersvorsorge und der betrieblichen Altersversorgung seien wichtige Maßnahmen zur Verhinderung von Altersarmut. Eine Regierungskommission soll im kommenden Jahr Vorschläge erarbeiten, wie in Zukunft insgesamt für eine ausreichende soziale Sicherung im Alter gesorgt werden kann.

 
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