Im Winter draußen arbeiten - und gesund bleiben

Arbeitsschutz | 10.01.12
 

Im Winter draußen arbeiten - und gesund bleiben

Auch bei Minustemperaturen wird auf zahlreichen Baustellen im Freien gearbeitet. Das durch die Witterung erhöhte Unfall- und Krankheitsrisiko kann jedoch durch Sicherheitsvorkehrungen vermindert werden.

Zwischen Dezember und Februar ereignen sich jedes Jahr mehr als 22.000 zum Teil schwere Unfälle auf deutschen Baustellen. Viele wären laut Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) vermeidbar, wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf einen besseren persönlichen Kälteschutz und ein sichereres Arbeitsumfeld achten würden.

Wenn es schneit und friert, freuen sich zwar Rodler, Eisläufer und Skifahrer, doch für jeden, der draußen arbeitet, bedeuten Schnee, Eis und nasskalte Witterung ein deutlich erhöhtes Gesundheits- und Unfallrisiko. Zahlreiche Arbeitsunfälle im Winter ereignen sich laut BG Bau beispielsweise auf rutschigen Böden von Baustellenwegen, durch Glatteis, Schnee und Regen oder durch unzureichende Beleuchtung.

Auch Abstürze auf glattem Untergrund oder weil Öffnungen sowie nicht begehbare Flächen von Schnee bedeckt und dadurch nicht erkannt werden, sind keine Seltenheit. Zudem besteht eine erhöhte Erkältungsgefahr durch falsche Kleidung.

Arbeitgeber müssen vorbeugen

Um Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle zu verhindern, sollten in jedem Betrieb die potenziellen Gefahrenquellen gezielt aufgespürt und geeignete Arbeitsschutzmaßnahmen vorgenommen werden. Dabei ist die sogenannte Gefährdungsbeurteilung behilflich, die übrigens jeder Arbeitgeber gemäß Paragraf 5 ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz) regelmäßig durchführen muss. Hilfen hierzu gibt es von den Berufsgenossenschaften und im Internet unter www.gefaehrdungsbeurteilung.de, einer Internetseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

So dürfen beispielsweise keine Arbeiten auf vereisten Baugerüsten ausgeführt werden. Nicht begehbare Dachflächen, wie Wellplatten oder Glaskuppeln, können durch Schnee bedeckt sein und sollten daher deutlich gekennzeichnet werden, damit niemand hindurchstürzt.

Die richtige Kleidung macht’s

Im Winter ist der Krankenstand traditionell höher als in den wärmeren Monaten. Der Grund: Auf den oft zugigen Baustellen kann es schnell zu hartnäckigen Erkältungen, chronischen Erkrankungen der Atemwege oder zu einer Verschlimmerung bereits vorhandener Rücken- und Gelenkbeschwerden kommen.

Mit der passenden Winterschutzkleidung kann man solchen Erkrankungen jedoch wirkungsvoll vorbeugen. Die Kleidung sollte Feuchtigkeit nach außen ableiten können, um ein Auskühlen des Körpers zu verhindern, rät die BG Bau.

Kälteschutz von oben bis unten

Wichtig für die Temperaturregulierung ist auch die richtige Kombination aus Wetterschutzjacke und -hose – beispielsweise aus Mikrofasern, abgestimmt mit geeigneter Unterkleidung, so die BG Bau. Denn dann erlaubt die Kleidung einen optimalen Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und der Umgebung.

Als Kälteschutz für den Kopf empfiehlt die Berufsgenossenschaft eine Kombination aus Helm und passenden Wintermützen zum Unterziehen. Durch das Tragen von Sicherheitsschuhen mit geeigneten Sohlen können Rutschunfälle vermieden werden.

 

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